Sonderausstellung beleuchtet Klostervergangenheit

ertvolle-Handschrift-Foto_Sebastian_ThielIn friedvoller Abgeschiedenheit lebten auf dem Tafelberg Königstein im Elbsandsteingebirgefür kurze Zeit Einsiedlermönche,  lange Zeit bevor hier die berühmte uneinnehmbare Festung entstand. Eine Sonderausstellung ab 23. April 2016 erinnert an diese bisher weitgehend unbekannte Episode aus der Reformationszeit.

Das 500. Gründungsjubiläum des Konvents ist Anlass für die Sonderausstellung „Mönche auf dem Königstein und wie ‚der böse Samen Doctor Luthers‘ sie vertrieb“.  Denn im Jahr 1516, am Vorabend der Reformation, gründete der sächsische Herzog Georg der Bärtige (1471 - 1539) auf dem Plateau des Tafelberges Königstein im Elbsandsteingebirge ein Cölestinerkloster. Die Mönche des Ordens waren vor allem in Frankreich und Italien verbreitet und lebten an abgeschiedenen Orten nach der Regel des Heiligen Benedikt, die Armut, Keuschheit und Gehorsam vorschrieb. Vom Konvent auf dem Oybin im Zittauer Gebirge siedelten 1516 einige Mönche auf den Königstein in das „Kloster des Lobes der Wunder Mariae“ über. Es war das letzte Kloster, das vor der Reformation im Herzogtum Sachsen gegründet wurde und bestand aus zwölf Mönchen und einem Prior. Als Martin Luther seine 95 Thesen veröffentlichte, nahmen auch die Königsteiner Mönche Anteil an der Bewegung. Der Prior Johannes Mantel flüchtete heimlich nach Wittenberg, um sich dort dem Reformator anzuschließen, weitere folgten ihm. 1524 war nur noch ein Bruder übrig und das Kloster wurde aufgelöst.

Die neue Sonderausstellung gibt mit hochkarätigen Leihgaben von knapp 30 Museen, Kirchen, Klöstern, Archiven und Bibliotheken einen Blick in diese bewegte Zeit. Sie dokumentieren das mittelalterliche Mönchtum, die einstige Klosterlandschaft in Sachsen, den Cölestinerorden und die Zeit der Reformation. Auch originale Dokumente aus der Geschichte des Königsteiner Klosters, wie das Konzeptschreiben der Klostergründung und ein Schriftstück Herzog Georgs, der befürchtete, dass der „böse Samen Doctor Luthers“ in sein Kloster eindringe sind zu bestaunen. Auch baulichen Zeugnissen des Cölestinerklosters gibt es noch auf dem Königstein. Restauratoren ist es gelungen, das spätmittelalterliche Sandsteinportal abzuformen und für die Ausstellung originalgetreu zu reproduzieren. Der Grundriss des Klosters konnte in seiner räumlichen Ausdehnung für Besucher im Freien sichtbar gemacht werden. In Medienstationen kommen neueste baugeschichtliche Untersuchungen zum Konvent auf dem Königstein und zur Garnisonskirche zur Sprache.

In einem zweiten Teil der Ausstellung lädt eine Installation aus Licht und Klang zum meditativen Eintauchen in die geistig-religiöse Atmosphäre jener Zeit ein.

Ein nach historischen Vorlagen temporär angelegter Garten zeigt Dutzende von Würz- und Heilkräutern, Duft- und Symbolpflanzen sowie Rosensorten jener Zeit.

Die Ausstellung ist auch für den Besuch mit Familie geeignet: Kinder werden vor allem am Cölestinerlied, am Comic über den Ablasshandel, an einem interaktiven Spiel und einer künstlerischen Installation viel Spaß haben. Kindgerechte Texte vermitteln Wissenswertes.

„Mönche auf dem Königstein und wie ‚der böse Samen Doctor Luthers‘
sie vertrieb“
23. April bis 1. November 2016
täglich von 10 bis 18 Uhr, am 1. November von 9 bis 17 Uhr
in der Magdalenenburg auf der Festung Königstein, 01824 Königstein
Der Eintritt zur Ausstellung ist im regulären Festungseintrittspreis enthalten.
www.festung-koenigstein.de

>> Weitere Informationen zur Festung Königstein

[Foto: Festung Königstein - Sebastin Thiel]

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